Schüler nehmen Ameisen unter die Lupe – ein Besuch im Ameisenlabor an der Universität Siegen

Eine Veranstaltung exklusiv für die Gesamtschule Wenden

Die Veranstaltung am 24.06. 2019 für die Schülerinnen und Schüler (Jahrgang 7) wurde von Frau Prof. Dr. Klaudia Witte initiiert und von Frau Dr. Ilka Maria Kureck und den Lehramtsstudierenden im Fach Biologie im Rahmen des Seminars „Biologie eusozialer Insekten“ vorbereitet und durchgeführt.

Nach einer kurzen Einführung von Frau Kureck zur Biologie und besonderen Lebensweise der einheimischen Schmalbrustameise konnten die Schülerinnen und Schüler eigenständig Verhaltensbeobachtungen und Experimente mit den Ameisen durchführen.

Die Schmalbrustameise lebt in kleinen Kolonien aus meist weniger als 100 Individuen in alten ausgehöhlten Eicheln oder in dünnen Stöckchen. Diese kleinen Kolonien können daher einfach gesammelt und die gesamte Kolonie kann in kleine „Plastikapartments“ umgesiedelt werden. In diesen Apartments können die Ameisen gut gehalten und beobachtet werden. Unter dem Binokular konnten die Schülerinnen und Schüler Eier, Larven, Puppen, die Arbeiterinnen und die Königin gut beobachten. Nachdem sich die Schüler mit den Mitgliedern der Kolonie und den Entwicklungsstadien der Ameisen vertraut gemacht hatten, führten sie einen „Umzug der Kolonie“ durch. Parallel dazu konnten sie einen Test zur Nahrungswahl mit einzelnen Ameisen in einer Plastikwahlarena durchführen. Zur Auswahl standen den Ameisen Honig, Salz und Thunfisch. Alle Ergebnisse wurden an der Tafel gesammelt und diskutiert. An einer separaten Station konnten die Schüler unter dem Binokular beobachten, wie die Ameisen sich gegenseitig und die Larven füttern. Hierzu wurde den Ameisen einen Tag zuvor mit blauer Lebensmittelfarbe gefärbter Honig angeboten. Die blaue Farbe war in den hellen Larven und im Hinterleib der Ameisen gut zu sehen. Die Schülerteams wurden während ihrer Experimente von jeweils einem Studierenden des Seminars betreut. Nach den Experimenten folgte ein kurzes Ameisenquiz.

Die Idee zu A.N.T.S. (Ameisenforschung als neues Thema an Schulen; ants (engl.) = Ameisen) wurde von Herrn Prof. Dr. Daniel Dreesmann (AG Didaktik der Biologie, Uni Mainz) entwickelt und in Kooperation mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz und der Abteilung Evolutionsbiologie (Prof. Dr. Susanne Foitzik) der Johannes Gutenberg-Universität verwirklicht. Heraus kam ein „Ameisenkoffer“, der alle Utensilien für die Haltung der Ameisen und für die verschiedenen Experimente sowie entsprechendes Begleitmaterial beinhaltet.

Der A.N.T.S.-Experimentierkoffer ermöglicht den Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen einen Einblick in die naturwissenschaftliche Forschung. Durch die Integration lebender Tiere in den Schulunterricht wird das vorhandene Grundinteresse an lebenden Tieren genutzt, um ein effektives und lebensnahes Lernen zu gewährleisten. Durch die Beobachtung der Tiere und die Durchführung von einfachen Experimenten lernen die Schülerinnen und Schüler wissenschaftliche Arbeitsweisen – von der Problemstellung über die Überprüfung von (teilweise selbst entwickelten) Hypothesen bis hin zur Interpretation von Forschungsdaten – kennen.

Dass dieses Konzept aufging, zeigten die Schülerinnen und Schüler. Sie waren mit großem Eifer und Spaß bei der Sache und wurden nach der zweistündigen Veranstaltung mit einer Urkunde als „Ameisenforscher“ ausgezeichnet. Dies war für alle eine erfolgreiche Veranstaltung, die mit Sicherheit wiederholt werden wird. Dies können auch die Biologiefachlehrer Dania Rehhorn, Nicole Romeikat und der Referendar Tobias Engelskirchen, die als Betreuer und Beobachter das Seminar begleitet haben, bestätigen.