Wanderausstellung an der Gesamtschule

Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“ in der Gesamtschule Wenden

 

Herr Jakob Fischer, Projektleiter der Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“, informierte am 28. Oktober 2020 über die 250jährige Geschichte der Deutschen in Russland. Diese folgten ab 1763 in großer Zahl dem Ruf Zarin Katharina der Großen. Katharina warb um Kolonisten, um die Landesbesiedlung zu fördern. Über 100.000 Deutsche machten sich auf den Weg, wurden doch auch weitreichende Privilegien versprochen. So garantierte das russische Zarenreich die freie Wahl der Berufsausübung. Darüber hinaus machten u.a. Religionsfreiheit, Selbstverwaltung und die Befreiung vom Militärdienst das Angebot verlockend.

So gründeten die Deutschen an der Wolga, im Kaukasus, Bessarabien und Wolhynien 3536 Siedlungen. Was folgte, war ein Jahrhundert wirtschaftlicher und kultureller Blüte.

Vor dem 1. Weltkrieg lebten 2 Mio. Deutsche in Russland; sie bearbeiteten Land in der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. In den folgenden Weltkriegen standen sich Deutschland und Russland als Kriegsgegner gegenüber, und die Russlanddeutschen wurden fortan als Feinde im Inneren und Spione angesehen. Man nahm ihnen ihre Privilegien und deportierte sie nach Sibirien und Mittelasien. Eine Rückkehr nach Deutschland wurde ihnen verwehrt.

Erst nach dem 1. Januar 1987 rückte dieses Vorhaben in greifbare Nähe. An diesem Tag unterschrieben M. Gorbatschow und Kanzler H. Kohl einen Vertrag, der in seiner Folge eine Aussiedlung in die neue alte Heimat Deutschland wieder möglich machte. So kamen 1994 über 213.000 Spätaussiedler nach Deutschland, im letzten Jahr lediglich noch knapp 8.000!

Die Ausstellung informiert über dieses Kapitel der deutsch-russischen Geschichte umfassend!