Projekttage Herbst 2016

Kann man der Verführung von Nikotin und Onlinespielen entgehen? – Suchtprävention an der Gesamtschule Wenden

Gute Noten zu schreiben, einen ordentlichen Schulabschluss zu erlangen und danach einen passablen Beruf zu finden – das sind sicherlich Ziele, welche die meisten Schüler verfolgen und die Eltern ihren Kindern ermöglichen wollen. Was sollte einen auch davon abhalten, dies alles zu schaffen? Gefahren, die jungen Menschen begegnen können, sind beispielsweise Süchte unterschiedlicher Art und Ausprägung.                                Betroffene erkennen oft nicht, wann man einer Sucht verfallen ist; somit bleibt vielen nur übrig zu reagieren, wenn es bereits zu spät ist. Die Gesamtschule Wenden widmet sich in ihren Projekttagen deshalb auch in diesem Schuljahr dem Thema Sucht, um bei Jugendlichen das Konsumbewusstsein zu stärken und einen wichtigen Beitrag zur Prävention zu leisten.

Den gesunden Mittelweg im Umgang mit digitalen Medien finden

Den Alltag mit digitalen Medien gut zu bewältigen, ohne den Gefahren zu erliegen, die von Handys, Computern und Spielkonsolen ausgehen, wurde das Bestreben der Fünft- und Sechstklässler. Um die Gefahren und die Vorteile neuer Medien vernünftig einschätzen zu können, wurden die Schüler durch Rollenspiele und Fragebögen sowie durch beispielhaftes Filmmaterial sensibilisiert. Die Auswertung der Fragebögen etwa führte ihnen den eigenen Medienkonsum klar vor Augen. Denn nur wem bewusst wird, dass man auf eine Sucht zusteuert, kann erfolgreich etwas dagegen tun.                                            Die ausgewählten Rollenspiele hatten zum Zweck, die Auswirkungen von Cybermobbing kennen zu lernen und somit künftig einen geschärften Blick dafür zu bekommen, wann und wo Cybermobbing überhaupt beginnt.

Ein Rollenspiel der Jahrgangsstufe 5 gibt Einblick in eine realistische Situation: Gewalt wird gefilmt und im Internet zur Belustigung vieler und zum Leidwesen Betroffener veröffentlicht.

Ein Rollenspiel der Jahrgangsstufe 5 gibt Einblick in eine realistische
Situation: Gewalt wird gefilmt und im Internet zur Belustigung vieler
und zum Leidwesen Betroffener veröffentlicht.

Schadstoffe, die in Zigaretten stecken

In der Jahrgangsstufe 7 wurde die Abhängigkeit von der Zigarette thematisiert. Zunächst wurde den Schülern mittels eines Lehrfilms bewusst gemacht, dass es ein sehr hohes Maß an Überwindung kostet, ein stetig wiederkehrendes Bedürfnis wie das Rauchen zu beseitigen. Um diesem Bedürfnis in Zukunft mit Ablehnung gegenüber zu stehen, entwickelten die Siebtklässler mit Hilfe eines Rollenspiels Strategien, um im Falle einer Verführung „Nein!“ sagen zu können.                                                            Im Rahmen einer Lerntheke erfuhren die Lernenden überdies, welche finanzielle Belastung die Abhängigkeit vom Nikotin und welche gesundheitlichen Folgen diese mit sich bringen kann. Staunen und Entsetzen rief letztlich eine überdimensionale und selbstgebastelte Zigarette hervor, die deutlich zeigte, welche chemischen und vor allem giftigen Bestandteile Zigaretten allgemein enthalten.

Schüler der siebten Klassen zeigen auf, wie viele giftige Substanzen eine Zigarette enthält.

Schüler der siebten Klassen zeigen auf, wie viele giftige Substanzen eine
Zigarette enthält.

Onlinesucht versus Magersucht

In den achten Klassen gingen Jungen und Mädchen schließlich getrennte Wege, um Bedürfnisse und daraus resultierende Süchte geschlechtsspezifisch zu untersuchen. Während bei Mädchen Essstörungen wie Magersucht, das Erbrechen von Nahrung oder der Verzehr zu großer Essensmengen auftreten, unterliegen Jungen tendenziell häufiger der Online- und Spielesucht.                                                                              In einem Gruppenpuzzle informierten sich Schülerinnen gegenseitig über die genannten Essstörungen und fixierten Einzelergebnisse in anschließend auszuwertenden Fragebögen. Zur Vertiefung und Verdeutlichung der Gefahren insbesondere von Magersucht wurde die Filmdokumentation Hilfe, mein Kind hungert sich zu Tode! eingesetzt. Die Thematik wurde durch einen Fragebogen mit der Überschrift „Was ist Schönheit?“ abgerundet; die Schülerinnen gelangten rasch zu der Einsicht, dass wahre Schönheit letztlich nur von innen kommt und nicht durch übertriebene Diäten herbeizuführen ist. Natürlich durfte bei anschließenden Diskussionen über Schönheitsideale und die Frage, was überhaupt gesund sei, ein gemeinsames Frühstück mit gesunden Esswaren nicht fehlen.

Schüler der siebten Klassen zeigen auf, wie viele giftige Substanzen eine Zigarette enthält.

Schüler der siebten Klassen zeigen auf, wie viele giftige Substanzen eine
Zigarette enthält.

Wie viele Stunden man selbst online verbringt und welch ein hohes Maß an wertvoller Zeit u.a. durch Onlinespiele verloren gehen kann, wurde den Jungen der Jahrgangsstufe 8 klar, als sie sich mit „10 goldenen Regeln zum Umgang mit Computer, Handy und Internet“ auseinander setzten. In diesem Zusammenhang thematisierte man natürlich auch gravierende körperliche, psychische und soziale Folgen der Internetsucht.

Da geschlechtsspezifische Süchte letztlich auch die Begegnung beider Geschlechter erschweren können – nicht selten entstehen hieraus Vorurteile -, fanden sich Jungen und Mädchen abschließend zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. So konnten mögliche Vorurteile (z.B. „Jungs sind sowieso alle computersüchtig!“) über die jeweils andere Geschlechtergruppe geäußert und deren Wahrheitsgehalt überprüft werden.

 

Sämtliche Themen wurden von den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 8 mit Interesse angenommen und intensiv diskutiert.             

 

(Kai Wimmer)